Regenerative Medizin – Topthema bei den Deutschen Biotechnologietagen 2013

Neue Ansätze zur Diagnostik und Therapie von Krankheiten stammen zunehmend aus dem Feld der medizinischen Biotechnologie. Speziell die Regenerative Medizin profitiert von den Fortschritten: Biomaterial- und zellbasierte Verfahren durchdringen immer mehr ärztliche Fachgebiete. Als Schaufenster der Branche zeigte das Symposium an ausgewählten Beispielen quer durch Deutschland, was die Regenerative Medizin heute bereits leistet und wie den Patienten in Zukunft besser und schneller geholfen werden soll.

Moderiert wurde das äußerst gut besuchte Symposium von Prof. Dr. Konrad Kohler, Vorstandsmitglied des Fördervereins, Direktor des Tübinger ZRM Zentrum für Regenerationsbiologie und Regenerative Medizin sowie Projektleiter in der Gesundheitsregion REGiNA. Einen Überblick der vielfältigen Zukunftsoptionen von Zelltherapien gab Prof. Dr. Frank Emmrich von der Universität Leipzig und Direktor des dortigen Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI. Emmrich betonte dabei den relativ geringen Kosten- und Entwicklungsaufwand von Zelltherapien. Wie siliziumbasierte Materialien für die Knochenregeneration biologisiert werden können, zeigte Dr. Walter Gericke von der Rostocker ARTOSS GmbH anhand der NanoBone®-Technologie: Implantiert wird ein lebloses Material, aus dem im Körper des Patienten ein abbaubares Biomaterial entsteht. In das Feld der Wundbehandlung führte Dr. Helmut Hierlemann von der PolyMedics Innovations GmbH in Denkendorf, die als Fördermitglied den Verein unterstützt. Hierlemann stellte das Konzept und klinische Daten zu Suprathel® vor, einem Wundverbandsystem auf Milchsäurebasis mit regenerationsfördernden Eigenschaften. Den Abschluss bildete der Vortrag vom Vereinsmitglied Prof. Dr. Hans Peter Wendel, Forschungsleiter an der Tübinger Universitätsklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und ebenfalls Leiter eines Projekts der Gesundheitsregion REGiNA. Wendel präsentierte innovative Strategien für die Entwicklung „blutfreundlicher“ Medizinprodukte. Er erklärte, wie Stents im Körper des Patienten und blutführende Schläuche bzw. Geräte außerhalb des Körpers durch bioaktive Oberflächen die Heilung fördern und Thrombosen sowie Entzündungen entgegen wirken können.

Neben zahlreichen Fachvorträgen von Forschern, Klinikern und Vertretern der regionalen Biotech- und Medizintechnikbranche präsentierten sich auf der begleitenden Ausstellung zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen aus der Region mit einem Infostand. Darunter die BioRegio STERN Management GmbH (Fördermitglied des Vereins) als Veranstalter im Namen des Arbeitskreises der BioRegionen innerhalb des Branchenverbands BioDeutschland, die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH als Netzwerkpartner und die CeGaT GmbH (Vereinsmitglied) als einer der Hauptsponsoren. Aus der Region waren auch einige Fördermitglieder des Vereins vertreten: die HB Technologies GmbH, das NMI Reutlingen, die PolyMedics Innovations GmbH, die TTR Technologieparks Tübingen-Reutlingen GmbH und das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnologie IGB.